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Millenials: So führt Ihr die Generation X

January 21, 2016

 

Über die Millenials, auch digital Natives oder – je nach Studie – Generation Y oder Z genannt, wird ja seit ein paar Jahren allerhand geschrieben. Wie die so ticken und was sie von uns „digitalen Immigranten“ der Generation X unterscheidet. Und während wir so über die jüngeren Arbeitskräfte nachdenken und über die Veränderungen, die sie mitbringen, Studien dazu aus dem Boden stampfen (Leaders of Tomorrow, Nielsen Generation Lifestyle Survey)  und Urteile fällen und revidieren, machen die Millenials Karriere. Schon bald ist ein großer Teil von ihnen in den Führungsetagen junger oder etablierter Firmen zu finden und wird uns, die digitalen Immigranten führen. Aber wie geht das? Hier gibt es ein paar Hinweise. Zusammenfassend kann dabei postuliert werden: Liebe Millenials, wir wären gern mehr wir Ihr. Wir können das nur nicht so zeigen.

 

 

Hierarchien

Wir sind aufgewachsen in einer Zeit, in der man nicht einfach einen Tweet vom Weißen Haus kommentieren konnte und mit Glück sogar eine Antwort erhält. Wir sind aufgewachsen in einer Zeit, in der man praktisch überhaupt nichts kommentieren konnte, das nicht von „Unseresgleichen“ ausgesandt wurde. Vielmehr haben wir im Berufsleben gelernt, nur mit ranggleichen Personen zu kommunizieren. Schon den Chef vom Chef sprach man nicht direkt an.

 

Wenn Ihr also von uns wollt, dass wir hierarchieübergreifend arbeiten und kommunizieren, müsst Ihr uns das sagen. Fordert uns dazu auf, von selbst machen wir das eher nicht. Organisiert entsprechende Projektteams, BarCamps, Arbeitsgruppen. Denn natürlich heißt das nicht, dass wir hierarchieübergreifende Kommunikation ablehnen würden, wir brauchen dafür nur einen Schubs.

 

Transparenz

Die meiste Zeit unseres Berufslebens haben wir gelernt, dass wichtige Entscheidungen hinter geschlossenen Türen getroffen werden. Wenn die Entscheidung fertig war, also von der Management-Riege vorgeschlagen, vom Senior Management aufbereitet, abgewogen und diskutiert und vom Vorstand oder der Geschäftsführung abgenickt, dann – erst dann – wurde sie kommuniziert. Keinesfalls wurde dieser Prozess durchbrochen und keinesfalls wurde er vorab dem Volke, also den Mitarbeitern, kommuniziert. Wikileaks und Intranet gab es nicht.

 

Wenn Ihr also wollt, dass ein Entscheidungsfindungsprozess transparent stattfindet, nehmt uns die Angst davor. Wir finden das auch besser, aber wir fürchten, dass wir, wenn wir unfertige Entscheidungen kundtun, damit einem Prozess schaden können. Außerdem fürchten wir, gerade bei unangenehmen Entscheidungen, durch Transparenz den betroffenen Mitarbeitern Schaden zuzufügen. Überzeugt uns, dass das oft nicht stimmt!

 

Social Media

Mit Social Media können wir schlecht umgehen. Wir behandeln soziale Medien so, wie uns damals als Kindern das Fernsehen vermittelt wurde: Als Gefahr für Geist, Seele und Intellekt. Wenn man uns dann aber ranlässt, können wir nicht mehr aufhören, denn in Wahrheit fasziniert es uns doch. Keinesfalls können wir souverän mit sozialen Medien umgehen. Wir denken andauernd, dass wir zu viel oder zu wenig darin kommunizieren.

 

Wenn Ihr also wollt, dass wir sie beruflich nutzen, gebt uns ein paar Hinweise, in welcher Form Ihr das sinnvoll findet. Wir werden das erst ablehnen und furchtbar finden, weil es uns zu viel oder zu wenig, zu unsicher oder falsch erscheint. In Wahrheit sind wir auf Eure Souveränität aber angewiesen. Wenn Ihr es ok findet, dass wir sie auch privat während der Arbeitszeit nutzen, müsst Ihr uns sagen, wie viel ok ist. Instruiert uns ruhig, uns beruhigt das.

 

Abgrenzung

Apropos Souveränität. Was wir gar nicht gelernt haben, ist selbstständig digitale Grenzen zu setzen. Zu unserer beruflichen Lehrzeit gab es Arbeitszeiten, die mehr oder weniger strikt durchgesetzt wurden. Danach war verordneter Feierabend. Schon als die E-Mail Einzug hielt, waren wir mit der Abgrenzung von Pflicht und Freizeit ziemlich überfordert. Selten haben wir eine klare Vorstellung davon, ob wir eine berufliche Nachricht, die abends um 22:00 Uhr ankommt, lesen und bearbeiten müssen oder nicht. Mit einem Smartphone, das Arbeits- und Freizeitkommunikation gleichermaßen bereitstellt, sind wir daher hinsichtlich Abgrenzung total überfordert.

 

Wenn Ihr also nicht erwartet, dass wir alles sofort beantworten und bearbeiten, müsst Ihr uns das extra sagen. Sonst denken, wir, dass Ihr um Mitternacht noch mit einer Antwort rechnet und sind entweder sauer ob der Zumutung und beantworten Eure Anfragen noch nachts oder bockig und lassen es, haben aber ein schlechtes Gewissen. Setzt uns klare Deadlines für Aufgaben, die brauchen wir.

 

Technologie

Wir glauben, dass wir die Technologie erfunden hätten. Wir sind sehr stolz darauf, noch den Commodore 64 gekannt zu haben. Das halten wir für Technologie und alles, was danach kam, nur für eine Fortsetzung dessen. Als Kommunikationsmittel für Berufliches kommt es uns eher nicht in den Sinn. Entwicklungen wie das Internet der Dinge, also miteinander kommunizierende Technik, Sensoren allerorten und Arbeitsprozesse in einer Cloud verbinden wir tief in unserem Herzen immer noch mit Zukunfts-TV-Serien, sie sind nicht unsere Wirklichkeit.

 

Wenn Ihr also wollt, dass Technologie Gegenstand unserer Arbeit wird, als Methode oder als innovatives Produkt, müsst Ihr uns erst dafür öffnen. Neue Technologie ist für uns nichts Selbstverständliches. Wir werden fasziniert sein und blöd sind wir auch nicht, wir können hoch innovativ denken und auch kommunizieren. Aber man muss uns erst erklären, wo die technologische Arbeitswelt heute steht. Ehrlich gesagt, ein Großteil von uns hat ein bisschen den Anschluss verpasst.

 

Agilität

Das haben wir inzwischen nun auch verstanden, dass Projekte heute so geplant werden. Allein, es liegt den meisten von uns noch nicht so richtig. Wir verwechseln das gern mit Schlampigkeit oder Oberflächlichkeit. Oder wir haben nur darauf gewartet, dass man endlich mal etwas schneller auf die Straße bringen kann, als in all den Jahren, die wir in sinnlosen Meetings vergeudet haben, ohne, dass am Ende etwas dabei heraus kam. Dann denken wir vielleicht, Agilität sei ein tourette-gleiches Ausstoßen von Ideen, die schnell umgesetzt werden können und werden unsrerseits oberflächlich und schlampig.

 

Wenn Ihr also wollt, dass wir agil arbeiten, bringt uns die innovative, schnelllebige Denkweise nahe und diszipliniert uns gleichzeitig, sie richtig umzusetzen. Eigentlich entspricht uns diese Form der Projektplanung, aber wir beherrschen sie nicht.

 

Karriere und Entwicklung

Ein heißes Eisen. Wir sind erzogen worden von einer Generation, der der „preußische Arbeitsethos“ noch in den Knochen steckt. Und so denken auch wir, dass erst die Arbeit und dann das Vergnügen kommt. Dass man sich Belohnungen durch Fleiß und Disziplin verdienen muss. Und dass die Weiterentwicklung, die sich ein Arbeitgeber etwas kosten lässt, keinesfalls selbstverständlich ist, sondern eben eine Belohnung für unsere Leistung. Klingt absurd, aber so denken wir, wir können nicht heraus aus unserer Haut.

 

Wenn Ihr also wollt, dass wir uns in unseren Jobs entwickeln, müsst Ihr uns quasi dazu zwingen. Und wenn Ihr wollt, dass wir unsererseits unsere Mitarbeiter entwickeln, müsst Ihr uns dazu ebenfalls zwingen. Das ist allerdings leicht, denn in Wahrheit ist Euer Weg genau der, den wir immer gut fanden. Wir fanden schon immer, dass die Förderung von Bildung und Entwicklung innerhalb eines Jobs Arbeitgeberpflicht ist. Aber weil wir das nie ausleben konnten, hacken wir auf Euch herum und deklarieren Euch als anspruchsvoll. So anspruchsvoll, wie wir selbst gern wären.

 

Ihr seht, wir sind gar nicht so schwer zu führen. Die digitale und moderne Arbeitswelt eröffnet uns Möglichkeiten, die wir immer gern gehabt hätten, wir müssen halt nur ein bisschen üben, damit umzugehen.

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